Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde hat gestern eine Empfehlung abgegeben, die die sichere und hygienische Anwendung von Geruchstests beinhaltet. Wir bekommen viele Fragen, wie die Sniffin-Sticks sicher in Bezug auf das Corona-Virus verwendet werden können.

Die vollständige Publikation kann über diesen Link heruntergeladen werden. 

Corona-sichere Riechtestung

Bezüglich Riechtests ist darauf zu achten, dass auch hier die Abstandregeln zum Patienten einzuhalten sind, sowohl von der untersuchenden Person als auch von den verwendeten Materialien. Hier sollte auf ein Einmal-Testsystem zurückgegriffen werden (Sensonics Riechtesten: UPSIT-40 Test/ Smell Identification Test, B-SIT/ Brief Smell Identification Test oder Pocket Smell Test zum Screening).

Sniffin’ Sticks und Papierstreifen

Bezüglich der Verwendung der verschiedenen wiederverwertbaren Tests der Burghart Sniffin´ Sticks ist festzuhalten, dass bei einer direkten Darreichung der Riechstifte unter die Nase des Patienten eine Kontamination beim Ausatmen nicht ausgeschlossen werden kann. Alternativ kann mit dem Riechstift ein ca. 2 cm langer Strich auf ein Stück Papier gezogen werden und dann dem Patienten das Papier gereicht werden.

Burghart hat Cellulose Papierstreifen für diese Anwendung entwickelt. Diese Streifen können wie folgt für einen sicheren und hygienischen Geruchstest verwendet werden.

Sie können den Sniffin’ Stick im Testbereich in ausreichendem Abstand vom Patienten öffnen. Sie nehmen einen Papierstreifen (vorzugsweise mit einer Pinzette) und zeichnen mit dem Sniffin-Stick einen Streifen von ca. 2 cm auf den Papierstreifen. Danach können Sie den Stick schließen.

Der Prüfer übergibt das Papier der Testperson und die Testperson riecht an dem Papier und beantwortet die Frage. Der Papierstreifen kann dann weggeworfen werden und der Vorgang kann für den nächsten Stift wiederholt werden.

Da die Screening-, Identifikations- und Diskriminierungstests eine über dem Schwellenwert liegende Duftstoffkonzentration enthalten, ist eine vernachlässigbare Abweichung von den Ergebnissen der ansonsten üblichen Tests zu erwarten.

Angesichts der Corona-Pandemie ist zu empfehlen, diese Methode auch mit Assistent anzuwenden, um Kontamination der Sniffin‘ Sticks zu verhindern. Die Sniffin‘ Sticks sind für mindestens 1000 Streifen ausreichend, die Haltbarkeit ist aber möglicherweise verkürzt.

Schwellentest

Leider ist es nicht möglich, diese Methode mit dem Schwellentest zu verwenden. Derzeit haben wir keine koronasichere Lösung für die Sniffin’ Sticks-Schwellentests. Der Schwellentest ist nur eingeschränkt vergleichbar, weil wegen des fehlenden Assistenten ein anderer Testverlauf angewendet werden musste. Daher ist es zu diesem Zeitpunkt offen, ob ein assistierter Schwellentest auf Papier vergleichbar ist.

Publikations

1- Christian A. Mueller, Elisabeth Grassinger, Asami Naka, Andreas F.P. Temmel, Thomas Hummel, Gerd Kobal. A Self-administered Odor Identification Test Procedure Using the “Sniffin’ Sticks”. Chemical Senses 31,6 595–598 (2006). https://doi.org/10.1093/chemse/bjj064
2- Besser, G., Liu, D.T., Renner, B. et al. Self-Administered Testing of Odor Threshold and Discrimination Using Sniffin’ Sticks—Reviving the “Odor-Curves-On-Paper” Method. Chem. Percept. 13, 71–77 (2020). https://doi.org/10.1007/s12078-019-09263-x